— Ihr kauft den jungen Leuten eine Wohnung.

Mindestens eine Dreizimmerwohnung.

Und wir geben ihnen unser altes Auto, — plante die zukünftige Schwiegermutter der anderen Seite.

— Wissen Sie, welche Wohnung Sie ihnen kaufen?

Mindestens eine Dreizimmerwohnung, Sie haben doch genug Geld!

Marina Petrowna stellte den Wasserkocher langsam auf den Tisch, bemüht, das kochende Wasser nicht zu verschütten, und sah die künftige Schwiegermutter an.

Walentina Sergejewna saß breit in einem geflochtenen Sessel, wedelte sich mit einer Serviette Luft zu, obwohl der Abend kühl war.

An ihren pummeligen Fingern glitzerten billige Ringe, und in ihren Augen tanzten gierige Funken.

— Und suchen Sie sich ein besseres Viertel aus, nicht irgendeinen Stadtrand.

Zentrum oder nahe am Zentrum.

Dort ist die Infrastruktur besser, und es ist prestigeträchtiger.

Mein Andruscha verdient es, unter guten Bedingungen zu leben!

Alles hatte vor drei Wochen begonnen, als Katja mit strahlenden Augen und einem Ring am Finger nach Hause gerannt kam.

Marina Petrowna freute sich aufrichtig für ihre Tochter — Andrej schien ein guter Kerl zu sein, fleißig, ohne schlechte Gewohnheiten.

Eine Woche später reichten die jungen Leute den Antrag beim Standesamt ein, und es stellte sich die Frage, die Eltern miteinander bekannt zu machen.

— Lasst uns bei uns zusammenkommen, — schlug Marina Petrowna am Telefon der künftigen Schwiegermutter vor.

— Wir haben Platz, im Hof gibt es eine Laube, einen Grill.

Es ist August, das Wetter ist herrlich.

— Na gut, wenn Sie darauf bestehen, — zog Walentina Sergejewna am anderen Ende mit einem Ton in die Länge, als würde sie die größte Gnade erweisen.

Marina Petrowna und ihr Mann Viktor bereiteten sich gründlich auf das Treffen vor.

Sie deckten den Tisch in der Laube — Salate, Fleisch vom Grill, hausgemachte eingelegte Sachen.

Viktor fuhr los und holte guten Wein, Marina backte ihren berühmten Apfelkuchen.

Die künftigen Schwiegereltern kamen in einem alten Sedan.

Walentina Sergejewna stieg als Erste aus — eine kräftige Frau um die fünfundfünfzig in einem grellen Kleid mit großen Rosen.

Hinter ihr erschien ihr Mann — ein stiller Mann in einem zerknitterten Hemd, der den ganzen Abend höchstens zehn Sätze sagte.

— Wow, was für ein Haus! — platzte Walentina Sergejewna statt einer Begrüßung heraus und ließ den Blick über den zweistöckigen Backsteinbau gleiten.

— Haben Sie selbst gebaut oder fertig gekauft?

— Guten Abend, kommen Sie rein, — beschloss Marina Petrowna, die Taktlosigkeit zu überhören.

— Katja, Andrej, begrüßt die Eltern.

Doch Walentina Sergejewna ging bereits über das Grundstück und betrachtete die Blumenbeete und das Gewächshaus.

— Und wie viele Ar habt ihr?

Und wie viel habt ihr für das Grundstück bezahlt?

Sind das etwa zwei Autos in der Garage?

Am Tisch wurde es noch schlimmer.

Walentina Sergejewna fragte systematisch die Preise von allem ab, was ihr in die Augen fiel — von der Laube bis zu den Gartenmöbeln.

Als Viktor anbot, das Haus von innen zu zeigen, sprang sie als Erste auf.

— Oh, was für eine Küche!

Die kostet doch bestimmt dreihunderttausend, mindestens!

Und der Kühlschrank — hundertfünfzigtausend?

Marina Petrowna spürte, wie Katja rot wurde.

Auch Andrej wirkte verlegen und versuchte, das Gespräch auf die Hochzeit zu lenken, doch die Mutter fiel ihm ständig ins Wort.

— Wart mal mit der Hochzeit, ich gucke erst mal!

Was, Fußbodenheizung?

Mein Gott, woher haben Leute so viel Geld!

Im Wohnzimmer setzte sich Walentina Sergejewna aufs Sofa und fing an, den Bezug zu betasten.

— Ist das echte Leder?

Wir wollten auch ein Ledersofa kaufen, aber wo denn, die Preise sind irre.

Ihr habt’s gut, bei euch picken die Hühner das Geld nicht mal auf!

— Wir haben einfach lange gespart, — versuchte Marina Petrowna zu erklären.

— Aha, gespart!

Auf sowas spart man nie zusammen!

Das Haus kostet doch bestimmt fünfzehn Millionen, mindestens!

Sie kehrten in die Laube zurück.

Marina Petrowna bemerkte, dass die Gäste mit leeren Händen gekommen waren — keine Pralinenschachtel, keine Flasche Wein.

Nicht einmal Blumen hatten sie mitgebracht.

Walentina Sergejewna ließ sich davon nicht im Geringsten irritieren — sie aß mit Appetit, lobte die Salate und klagte gleichzeitig, dass sie sich so etwas nicht leisten könnten.

— Wir haben eine Zweizimmerwohnung im Plattenbau, das Haus ist vierzig Jahre alt.

Renoviert haben wir, als Andruscha in die Schule kam.

Und bei euch ist sicher in jedem Zimmer ein Euro-Remont!

Viktor schenkte schweigend Wein nach.

Seine Geduld war grenzenlos, aber Marina sah, wie sein Kiefermuskel zuckte.

Nach diesem Treffen vergingen zwei Wochen relativer Ruhe.

Marina Petrowna begann den unangenehmen Nachgeschmack des Kennenlernens schon zu vergessen, als das Telefon klingelte.

— Marina, hier bin ich, Walentina.

Wir müssen uns treffen und die Geschenke für die jungen Leute besprechen.

— Welche Geschenke? — brachte Marina Petrowna überrascht heraus.

— Na welche denn.

Zur Hochzeit!

Eltern müssen sich doch um die Kinder kümmern.

Wann treffen wir uns?

— Ich habe darüber noch nicht nachgedacht.

Ich muss mit Katja sprechen, was sie eher brauchen…

— Wozu mit ihnen reden? — unterbrach Walentina Sergejewna.

— Die jungen Leute verstehen doch nichts!

Wir, die Eltern, müssen alles entscheiden.

Also, wir schenken ein Auto!

— Ein Auto? — wunderte sich Marina Petrowna.

— Das ist doch ein teures Geschenk.

— Na, wir sind keine Geizhälse!

Wir geben ihnen unsere Lada.

Die ist erst neunzehn Jahre alt, die fährt noch!

Und ihr schenkt dann eine Wohnung.

Für euch ist das doch nicht schwer, ihr lebt reicher als wir!

Marina Petrowna verstummte.

Im Hörer plapperte es weiter:

— Aber achten Sie darauf, dass die Wohnung ordentlich ist, nicht so eine Einzimmerbude.

Sie sollen doch Kinder großziehen!

Mindestens eine Zweizimmerwohnung, besser eine Dreizimmerwohnung.

In einem guten Viertel, damit Andruscha bequem zur Arbeit kommt.

— Walentina Sergejewna, — presste Marina Petrowna schließlich hervor.

— Sie schlagen vor, ein altes Auto abzugeben, und erwarten von uns eine Wohnung?

— Und was ist dabei?

Das Auto fährt, wir fahren jeden Tag damit!

Wir wollen uns einfach ein neues kaufen, und das hier sollen die Kinder nehmen.

Sehr praktisch!

Marina Petrowna legte auf und saß lange in der Küche, den Blick aus dem Fenster gerichtet.

Sie hatte tatsächlich geplant, Katja eine Wohnung zu kaufen, sie hatte schon eine ordentliche Summe zurückgelegt.

Aber sie wollte vor der Hochzeit auf den Namen der Tochter kaufen — damit es ihr persönliches Eigentum bleibt.

Man weiß ja nie, wie das Leben sich dreht.

Am Abend erzählte sie Viktor davon.

Der Mann hörte zu und schüttelte den Kopf.

— Frechheit ist das zweite Glück.

Sie wollen uns eine alte Klapperkiste andrehen und verlangen eine Wohnung.

— Was machen wir jetzt?

— So wie wir es geplant hatten, so machst du es.

Wir kaufen Katja eine Einzimmerwohnung und schreiben sie auf ihren Namen.

Und was die Schwägerin sagt, ist nicht unser Problem.

Drei Tage später rief Walentina Sergejewna wieder an.

— Marina, ich habe nachgedacht: Wenn ihr die Wohnung anschauen fahrt, ruft mich unbedingt an!

Ich will auch sehen, wo mein Sohn wohnen wird.

Und überhaupt, ich kenne mich aus, ich sage euch, worauf man achten muss.

Grundriss, Quadratmeter, Stockwerk — alles ist wichtig!

— Danke für das Angebot, wir schaffen das allein.

— Wie bitte!

Das ist doch auch für mein Kind!

Ich habe das Recht, bei der Auswahl mitzumachen!

Wann fahrt ihr?

— Walentina Sergejewna, wir haben noch gar nichts entschieden.

— Wie, nichts entschieden?

Die Hochzeit ist in drei Monaten!

Man muss schon suchen, ein gutes Angebot findet man nicht sofort.

Lasst uns am Wochenende fahren!

Marina Petrowna atmete tief durch.

— Wir kümmern uns selbst um das Geschenk für unsere Tochter.

Wenn wir beschließen, eine Wohnung zu kaufen, dann wählen wir sie selbst.

Danke für Ihre Anteilnahme.

— Ihr vertraut mir wohl nicht? — empörte sich Walentina Sergejewna.

— Ich will doch nur das Beste!

Damit die Kinder normal wohnen und nicht in irgendeiner Kammer!

Eine Woche später passierte das Unglaubliche.

Marina Petrowna kam von der Arbeit zurück und sah am Tor eine bekannte Gestalt im Kleid mit Rosen.

— Walentina Sergejewna?

Ist etwas passiert?

— Nein, ich bin nur zufällig hier vorbeigefahren und dachte, ich komme rein.

Seid ihr zu Hause?

„Zufällig vorbeigefahren“ — das war zwanzig Kilometer in die entgegengesetzte Richtung von ihrem Zuhause.

Marina Petrowna öffnete müde das Tor.

— Ich habe mir die Anzeigen angeschaut, — begann die Besucherin gleich an der Schwelle.

— Es gibt gute Wohnungsangebote.

Hier, ich habe Adressen und Telefonnummern notiert.

Wir können heute gleich zu ein, zwei Besichtigungen fahren!

— Walentina Sergejewna, ich habe doch gesagt…

— Ach was!

Wir sind doch jetzt fast verwandt!

Wir müssen uns gegenseitig helfen!

Und übrigens, Sie verstehen doch, dass die Wohnung auf beide laufen muss.

Auf Katja und Andrej.

Nur für den Fall…

Marina Petrowna spürte, wie es in ihr zu kochen begann.

— Die Wohnung, falls wir eine kaufen, wird auf Katja eingetragen.

Das wird ihr voreheliches Eigentum sein.

— Wie, vorehelich?

Und mein Sohn?

Er wird doch der Ehemann sein!

Alles gehört doch halb und halb!

— Niemandem gehört hier irgendetwas automatisch.

Das ist unser Geschenk an die Tochter.

— Na hören Sie! — Walentina Sergejewna lief rot an.

— So einen Egoismus habe ich nicht erwartet!

Wir schenken euch ein Auto!

— Eine zwanzig Jahre alte Lada, — hielt Marina Petrowna es nicht mehr aus.

— Na und?

Ein Auto ist ein Auto!

Es fährt!

Und ihr seid geizig!

Ihr wollt die Wohnung nicht halb und halb eintragen!

Nach diesem Besuch beschloss Marina Petrowna fest: Keine Kontakte mehr mit Walentina Sergejewna bis zur Hochzeit.

Die Telefonnummer wanderte auf die schwarze Liste.

Anrufe vom Festnetz nahm sie nicht an.

Katja war entsetzt, als sie von allem erfuhr.

— Mama, entschuldige!

Ich wusste nicht, dass seine Mutter so ist.

Andrej ist auch geschockt, er hat mit ihr gesprochen, aber sie hört auf niemanden.

— Mach dir keine Sorgen, mein Kind.

Du suchst dir nicht seine Eltern aus, und er nicht deine.

Wichtig ist nur, dass ihr euch liebt und versteht.

— Mama, wir mieten erst mal eine Wohnung.

Kauf lieber keine, wenn das solche Probleme macht.

— Ich kaufe, — sagte Marina Petrowna fest.

— Auf deinen Namen, vor der Hochzeit.

Damit du ein eigenes Dach über dem Kopf hast, egal was passiert.

Und was die Schwiegermutter sagt, ist mir egal.

Viktor unterstützte seine Frau.

— Genau so.

Und auf der Hochzeit setzen wir die weiter weg.

Sonst erzählt sie den Gästen noch, wie viel das Bankett kostet.

Marina Petrowna grinste, wurde aber sofort wieder ernst.

Eine Hochzeit lag vor ihnen, also würden Begegnungen mit Walentina Sergejewna nicht zu vermeiden sein.

Und nach der Hochzeit…

Nach der Hochzeit würde diese Frau die Großmutter ihrer Enkel werden.

— Katja hat Pech mit der Schwiegermutter, — seufzte Marina Petrowna.

— Dafür hat sie Glück mit dem Mann, — antwortete Viktor.

— Andrej ist ein selbstständiger Kerl, er wird seine Mutter in die Schranken weisen, wenn’s sein muss.

Marina Petrowna nickte, aber die Unruhe ließ nicht nach.

Sie kannte solche Frauen — hartnäckig, taktlos, die fremdes Geld zählen.

Mit ihnen kann man nicht reden — sie hören nur sich selbst.

Es bleibt, Abstand zu halten und die eigene Familie vor toxischem Einfluss zu schützen.

Das Telefon klingelte — eine unbekannte Nummer.

Marina Petrowna drückte weg.

Sicher rief Walentina Sergejewna von einem fremden Handy an.

Nun gut, dann wird die schwarze Liste um eine weitere Nummer wachsen.

Und vielleicht beruhigt sich die Schwiegermutter bis zur Hochzeit.

Oder sie findet ein anderes Ziel für ihre unbändige Energie.

Obwohl, der Wahrheit ins Auge gesehen, die Hoffnung darauf gering war.

Ende.