Ich vermiete das Zimmer — ich verschenke es nicht.

Wenn deine Schwester wohnen will, soll sie zahlen wie alle anderen — stellte Mascha die Verwandtschaft kalt.

— Maschka, Lenka kommt.

Für einen Monat, vielleicht zwei.

Du weißt ja, bei ihr ist wieder alles kompliziert.

Mascha stand gerade am Herd und briet Syrniki.

Das Handy klemmte sie zwischen Schulter und Ohr, mit dem Pfannenwender drehte sie die goldenen Scheiben um und dachte: Das ist er — der Moment der Wahrheit.

Jetzt kann ich „Nein“ sagen und ruhig leben.

Oder ich schweige — und höre dann zwei Monate lang, wie jemandes Schwester in Hausschuhen Größe zweiundvierzig durch ihr Zimmer stapft.

— Sergej, wir haben doch eine Einzimmerwohnung, — sagte sie ruhig.

— Wohin mit Lenka?

— Na wohin schon? Ins Zimmer.

Du und ich auf die Couch, sie ins Bett.

Sie ist doch meine Schwester, Masch.

Ich kann sie doch nicht auf der Straße schlafen lassen.

Mascha drehte den letzten Syrnik um und schaltete das Gas aus.

Sie sah sich ihre Wohnung an — achtunddreißig Quadratmeter, für die sie fünf Jahre lang die Hypothek abbezahlt hatte, während Sergej „sich selbst suchte“.

Gefunden hat er sich übrigens vor drei Jahren — als Polier auf der Baustelle.

Seitdem brachte er Geld nach Hause und meinte, er hätte das letzte Wort.

— Sergej, ich vermiete das Zimmer, — sagte Mascha.

— Zehntausend im Monat.

Wenn Lenka wohnen will, soll sie zahlen, wie alle.

In der Leitung wurde es still.

Dann lachte Sergej — unsicher, als wollte er prüfen, ob das ein Witz ist.

— Spinnst du? Das ist doch Lenka.

Meine Schwester.

— Dann soll deine Schwester eben zahlen.

Ich bezahle die Rechnungen, kaufe Lebensmittel, ich lebe hier.

Wenn sie wohnen will, soll sie etwas in den gemeinsamen Topf einzahlen.

— Masch, meinst du das ernst?

Sie ist doch in einer schwierigen Lage!

— Und ich lebe im Schlaraffenland, oder was? — Mascha machte den Kühlschrank auf und holte saure Sahne raus.

— Bei ihr ist jedes Jahr „alles schwierig“.

Mal wurde sie gekündigt, mal hat sie sich vom Mann getrennt, mal wieder irgendwas.

Wie lange soll das so weitergehen?

Sergej empörte sich natürlich.

Er sagte, sie sei herzlos, Familie sei heilig, wie sie überhaupt nur könne.

Mascha hörte halb zu, strich die Syrniki mit saurer Sahne ein und dachte daran, dass Lenka beim letzten Mal drei Monate bei ihnen gewohnt hatte, den Kühlschrank leergegessen hatte, ohne auch nur eine Packung Nudeln zu kaufen, und dann mit den Worten abgereist war: „Danke ja, aber bei euch ist es echt eng.“

— Komm nach Hause, wir reden, — sagte Mascha und legte auf.

Sergej kam eine Stunde später — offenbar hatte er sich für wichtige Verhandlungen von der Baustelle freigenommen.

Er setzte sich an den Tisch, goss sich Tee ein und sah Mascha mit den Augen eines angeschossenen Rehs an.

— Sag schon… du meinst das doch nicht ernst, oder?

Mascha setzte sich ihm gegenüber und legte die Hände auf den Tisch.

— Doch.

Zehntausend im Monat.

Oder sie mietet sich etwas anderes.

— Sie hat kein Geld!

Sie hat doch den Job hingeschmissen!

— Das ist ihr Problem.

Ich bin kein Wohltätigkeitsverein.

— Maschka, was ist denn mit dir? — Sergej rieb sich das Gesicht.

— Das ist meine Schwester, meine einzige.

Mama hat mich gebeten, zu helfen.

Ah, das war interessant.

Mama.

Valentina Iwanowna höchstpersönlich — die Mascha einmal im Jahr anrief, zu Neujahr, und selbst da nur, um zu fragen, wann sie ihr endlich Enkel schenken würden.

Lenka hingegen rief sie täglich an, seufzte, jammerte, machte sich Sorgen.

Lenka war bei ihr „sensibel“, „zerbrechlich“, „nicht fürs Leben gemacht“.

Mascha dagegen — ein solides Arbeitspferd, das alles schon irgendwie schultert.

— Dann soll Mama helfen, — sagte Mascha.

— Sie hat eine Dreizimmerwohnung in der Innenstadt.

Platz genug.

— Bist du verrückt!

Bei Mama sind Gäste, da wohnt Lenkas Schwiegermutter vorübergehend.

— Und wer wohnt bei mir?

Die Kita-Aufnahmekommission?

Es gibt keine freien Plätze.

Sergej stand auf und ging im Zimmer auf und ab.

— Ich verstehe dich nicht.

Das ist doch Familie!

Was kostet es dich, jemanden für ein paar Monate reinzulassen?

— Reinlassen — gern.

Für zehntausend.

Strom, Wasser, Internet — alles inklusive.

Ich koche sogar, wenn sie höflich fragt.

— Du machst dich lustig.

— Nein.

Ich bin nur müde davon, alle umsonst zu füttern.

Wenn Lenka wohnen will, soll sie etwas beitragen.

Wenn nicht — es gibt Hotels.

Sergej ging und knallte die Tür.

Mascha aß die Syrniki auf, spülte ab und ging spazieren.

Der Frühling war früh dieses Jahr, im Hof sprossen schon die ersten Löwenzähne.

Sie setzte sich auf eine Bank, holte ihr Handy raus — zwölf verpasste Anrufe von Sergej und drei von Valentina Iwanowna.

Na, es geht los.

Nach zwei Stunden rief die Schwiegermutter an.

Die Stimme zitterte, voller „gerechter“ Empörung.

— Maria, ich erkenne Sie nicht wieder!

Wie können Sie einem Menschen aus der Familie ein Dach über dem Kopf verweigern?

— Valentina Iwanowna, ich verweigere nichts.

Ich schlage nur Bezahlung vor.

Zehntausend im Monat sind Peanuts für ein Zimmer.

In unserem Viertel vermieten sie Studios für fünfundzwanzig.

— Aber das ist doch Familie!

Wir sind doch keine Fremden!

— Eben — Familie.

Deshalb mache ich ja Rabatt.

Marktpreis wäre fünfzehn.

Lenka bekommt zehn.

Plus Essen.

Ehrlich, günstiger geht’s nicht.

Valentina Iwanowna schluchzte, sagte, sie hätte nie gedacht, ihr Sohn würde sein Leben mit so einer kalten Frau verbinden, und legte auf.

Mascha seufzte.

Also kommt jetzt die Belagerung — Anrufe, Überreden, Druck auf die Tränendrüse.

Niemand erwartet die spanische Inquisition, aber mit Maschas Härte hatte Sergejs Familie ganz sicher nicht gerechnet.

Am Abend kam Sergej zurück, finster wie eine Gewitterwolke.

Er ließ sich auf die Couch fallen und starrte in den Fernseher.

Mascha wärmte das Abendessen auf — Buchweizen mit Frikadellen — und stellte es auf den Tisch.

Sergej aß schweigend, sah demonstrativ nicht zu ihr hin.

Nach dem Essen ging er auf den Balkon rauchen und saß dort eine volle Stunde.

— Du lässt Lenka wirklich nicht rein? — fragte er, als er zurückkam.

— Doch.

Nur gegen Geld.

— Sie ist beleidigt.

Sie sagt, sie hätte nie gedacht, dass du so gierig bist.

Mascha lachte kurz, böse.

— Gierig?

Sergej, in den letzten fünf Jahren war deine Familie hier bestimmt fünfzehnmal.

Jedes Mal habe ich gekocht, eingeschenkt, aufgeräumt.

Nicht ein einziges Mal — hörst du? — nicht ein einziges Mal hat jemand auch nur eine Packung Tee mitgebracht.

Deine Mutter kommt mit leeren Händen und sagt als Erstes: „Irgendwie ist dein Kühlschrank leer.“

Lenka hat beim letzten Mal alles aufgegessen, sogar meine Vorräte mit Dosenfleisch.

Und als sie abfuhr, fragte sie, ob ich ihr dreitausend bis zum Gehalt leihen kann.

Bis heute hat sie es nicht zurückgegeben.

Und ich bin gierig?

Sergej schwieg.

Mascha machte weiter — sie hatte das alles lange in sich getragen, und jetzt brach es heraus.

— Deine Schwester ist zweiunddreißig.

Ein erwachsener Mensch.

Sie hat einen Uniabschluss, Arme und Beine sind dran.

Aber aus irgendeinem Grund ist bei ihr jedes Jahr „alles schwierig“.

Sie kündigt, weil „man sie nicht respektiert“.

Sie zieht aus Wohnungen aus, weil „die Vermieter doof sind“.

Sie trennt sich von Männern, weil „sie sie nicht wertschätzen“.

Vielleicht ist es Zeit, endlich selbst Verantwortung zu übernehmen?

Oder will sie für immer von Verwandten zu Verwandten ziehen?

— Sie ist depressiv, — sagte Sergej leise.

— Sie ist im Dauerurlaub auf чужой Rechnung.

Das ist ein Unterschied.

Sergej stand auf, zog seine Jacke an.

— Ich gehe zu Mama.

Ich schlafe da.

— Mach.

Grüß sie.

Er ging.

Mascha legte sich schlafen, konnte aber lange nicht einschlafen.

Sie lag im Dunkeln und drehte die ganze Geschichte im Kopf.

Sie wusste doch, dass es so kommen würde.

Schon am Anfang, als sie Sergej kennenlernte, sah sie es — seine Mutter hatte ihn verwöhnt, die Schwester erst recht.

Sergej hatte wenigstens Glück: Die Armee hatte ihm ein paar Manieren ausgetrieben.

Lenka aber war als „Prinzessin“ groß geworden — hübsch, launisch, gewohnt, dass alles einfach so kommt.

Am Morgen wachte Mascha vom Klingeln auf.

Lenka.

Na klar.

— Mascha, hi! — Lenka klang fröhlich, als wäre nichts gewesen.

— Hör mal, ich wollte wegen dem Einzug nachfragen.

Ich dachte, ich komme am Freitag.

Passt das?

— Lenka, Sergej hat dir die Bedingungen gesagt?

— Ja, hab ich gehört.

Sag mal, das ist doch ein Witz, oder?

Du meinst das nicht ernst.

— Doch.

Zehntausend im Monat.

Vorauszahlung.

Lebensmittel halb-halbe.

Stille.

Dann lachte Lenka nervös.

— Masch, was ist denn los?

Ich suche doch gerade Arbeit, ich muss bis zum ersten Gehalt irgendwie durchhalten.

Später gebe ich alles zurück, ehrlich!

— Lenka, letztes Mal hast du auch „ehrlich“ gesagt.

Die dreitausend habe ich nie gesehen.

— Da hatte ich Probleme! — Lenka wurde lauter.

— Genau deshalb will ich mit euch auch nichts zu tun haben!

Ihr rechnet immer alles auf, zählt, erinnert!

— Lenka, ich halte niemanden fest.

Willst du wohnen — zahl.

Willst du nicht — such dir was anderes.

— Ach, leck mich! — brüllte Lenka und legte auf.

Mascha grinste.

Wie erwartet.

Fünf Minuten später rief Valentina Iwanowna an — weinte, jammerte, dass Maschenka ihr Herz verloren hätte, wie man so mit Verwandten umgeht.

Mascha hörte halb zu, kochte Kaffee und dachte: Vielleicht bin ich wirklich hart geworden.

Nur früher, als sie alle bemitleidete und allen half, nannte man sie hinter ihrem Rücken „Dummchen“.

Und jetzt, wo sie Grenzen setzt, ist sie „geizig“.

So oder so: immer die Böse.

Dann soll es wenigstens nützlich für sie sein.

— Valentina Iwanowna, ich habe Ihre Meinung verstanden, — unterbrach Mascha den Strom.

— Aber die Entscheidung steht.

Entschuldigen Sie.

— Du verstehst wenigstens, dass du deinen Mann verlierst?!

— Wenn Sergej bereit ist, sich scheiden zu lassen, weil ich seine Schwester nicht gratis durchfüttern will, dann gibt’s auch nichts zu verlieren.

Sie schaltete das Handy ganz aus.

Setzte sich zum Frühstück.

Draußen war Frühling in voller Kraft — Sonne, Spatzen, Lärm.

Wie schön.

Wie ruhig.

Sergej kam am Mittwochabend zurück — dreckig, müde, nach Baustelle und Zigaretten riechend.

Er ließ sich auf die Couch fallen und schloss die Augen.

— Bei deiner Mutter geschlafen? — fragte Mascha.

— Mhm.

— Isst du was?

— Ja.

Sie wärmte Suppe auf, schnitt Brot.

Sergej aß schweigend, ging dann duschen.

Er kam in sauberem Shirt und Jogginghose zurück und setzte sich neben sie.

— Maschka, lass uns irgendwie verhandeln.

Vielleicht fünftausend?

Lenka wäre einverstanden.

— Zehntausend.

Und Lebensmittel halb-halbe.

— Aber sie hat doch nichts!

— Dann soll sie es sich besorgen.

Kellnerin, Verkäuferin, Putzkraft — egal.

In einem Monat verdient sie es.

— Sie kann doch nicht solche Jobs machen!

Sie hat ein Wirtschaftsdiplom!

Mascha drehte sich zu ihm.

— Serjoscha, ich bin vierunddreißig.

Ich habe ein Mathe-Lehramtsdiplom.

Die ersten drei Jahre nach dem Studium habe ich in der Schule für zwanzigtausend gearbeitet.

Dann bin ich als Buchhalterin in eine Firma, habe fünfzig verdient.

Heute bin ich Finanzanalystin und verdiene achtzig.

Die Hypothek für diese Wohnung habe ich fünf Jahre allein gezahlt, während du „dich gesucht“ hast.

Ich weiß, was es heißt, sich kaputtzuarbeiten.

Lenka kann das auch.

— Aber sie ist nicht so!

Sie ist schwach, ihr fällt das schwer!

— Serjoscha, — Mascha legte ihm die Hand auf die Schulter, — Lenka ist nicht schwach.

Sie ist verwöhnt.

Das ist nicht dasselbe.

Ein schwacher Mensch versucht es und schafft es nicht.

Ein verwöhnter könnte — will aber nicht.

Weil er daran gewöhnt ist, dass andere alles regeln.

Sergej schwieg und starrte auf den Boden.

— Mama hat gesagt, wenn du Lenka nicht reinlässt, bricht sie mit mir.

— Dann bricht sie eben.

Überlebe ich.

— Masch, meinst du das ernst?

— Serjoscha, deine Mutter kam auf meine Hochzeit zu mir und sagte: „Pass auf meinen Jungen auf, man weiß ja nie.“

Glaub mir, ein Kontaktabbruch ist für mich eher eine Erleichterung.

Er grinste schief.

— Du bist ja doch eine harte Nummer.

— Ich bin Realistin.

Und ich bin es leid, deine ganze Familie zu tragen.

— Gut. — Sergej stand auf und streckte sich.

— Ich sage ihnen, dass du nicht nachgibst.

Dann klärt ihr das unter euch.

— Weise Entscheidung.

Lenka kam am Samstag — mit zwei riesigen Taschen, kurzer Daunenjacke und zerrissenen Jeans.

Hübsch, muss man sagen: blonde Haare, grelles Make-up, gute Figur.

Sie setzte sich im Flur hin und zündete sich eine Zigarette an, obwohl Mascha Rauchen in der Wohnung verboten hatte.

— Masch, warum stellst du dich so an? — fing Lenka an.

— Lass mich einen Monat wohnen.

Ich finde Arbeit — und zahle alles zurück, mit Zinsen.

— Lenka, du kannst hier nicht rauchen.

Lenka zog demonstrativ an der Zigarette und blies den Rauch zur Seite.

— Na gut.

Dann gehe ich ins Treppenhaus.

Sie ging.

Sergej saß in der Küche und las am Handy.

Mascha spülte Tassen, wischte den Tisch.

Lenka kam zehn Minuten später zurück und ließ sich auf die Couch fallen.

— Na?

Darf ich wohnen?

— Dreizehntausend sofort.

Zehntausend Miete im Voraus плюс dreitausend fürs Essen.

Wenn du’s hast — willkommen.

Lenka lachte.

— Bist du komplett durch?

Wo soll ich dir jetzt dreizehntausend hernehmen?

— Keine Ahnung.

Aber das ist dein Problem.

Ohne Geld — tut mir leid.

— Serjoscha! — brüllte Lenka.

— Warum sagst du nichts?!

Sie schmeißt mich raus!

Sergej kam aus der Küche und stellte sich mitten ins Zimmer.

— Len, Mascha hat Bedingungen.

Wenn du sie nicht erfüllen kannst, musst du was anderes suchen.

— Ihr habt doch beide einen Knall! — Lenka sprang auf.

— Mama hatte recht: Du, Maschka, bist eine seltene Schlampe!

Denkst du, mit Geld bist du was Besseres?

Ich werde im Leben nicht für solche wie dich arbeiten!

— Bitte.

Aber ohne Geld wohnst du nicht.

So einfach ist das.

Lenka packte ihre Taschen, riss die Tür auf.

An der Schwelle drehte sie sich um.

— Serjoscha, ernsthaft?

Du lässt diese Geizige deine Schwester rausschmeißen?

Sergej schwieg.

Lenka knallte die Tür so zu, dass die Scheiben klirrten.

Mascha seufzte und setzte sich auf die Couch.

Sergej kam und setzte sich neben sie.

— Mir tut sie leid, — sagte er leise.

— Serjoscha, sie ist zweiunddreißig.

Zeit, selbst Verantwortung zu übernehmen.

— Ich weiß.

Nur… Mama hat sie so erzogen.

Alles verziehen, alles gegeben.

Und jetzt ist es so.

— Jetzt ist Lenka erwachsen.

Entweder lernt sie, allein zu leben, oder sie hüpft weiter von Verwandten zu Verwandten.

— Du hättest sie wirklich nicht gratis reingelassen?

Mascha drehte sich zu ihm und sah ihm in die Augen.

— Serjoscha, ich hätte sie reingelassen.

Wenn sie gekommen wäre und gesagt hätte: „Maschka, tut mir leid, dass ich dir den Kredit letztes Mal nicht zurückgezahlt habe.

Ich war damals neben mir.

Lass mich einen Monat bleiben, ich helfe im Haushalt, ich koche, ich putze, ich kaufe Lebensmittel.

Ich finde Arbeit — und ziehe aus.“

Dann hätte ich sie reingelassen.

Aber Lenka kommt mit der Haltung: „Ihr schuldet mir alles.“

Und das — läuft hier nicht.

Nie.

Er nickte und umarmte sie.

— Du bist stark.

Echt.

Ich kann das einfach nicht.

Mir tut immer jeder leid.

— Mir taten früher auch alle leid.

Dann habe ich gemerkt, dass man mich einfach benutzt.

Lenka zog zur Mutter.

Valentina Iwanowna rief noch eine Woche lang an — jammerte, beschuldigte, forderte.

Mascha sagte jedes Mal dasselbe: „Bedingungen wie gehabt.

Gefällt’s nicht — sucht euch was anderes.“

Am Ende nahm Valentina Iwanowna Lenka doch auf.

Nur rief sie zwei Wochen später Sergej an und klagte, Lenka mache nichts im Haushalt, liege den ganzen Tag rum und verlange Geld fürs Taxi.

— Vielleicht hat sie wirklich Depressionen? — fragte Sergej eines Abends.

— Vielleicht.

Nur zum Psychologen geht sie ja nicht.

Bequemer ist es, zu liegen und zu warten, dass jemand anderes die Probleme löst.

Nach einem Monat fand Lenka tatsächlich einen Job — als Administratorin in einem Schönheitssalon.

Das Gehalt war klein, aber immerhin.

Sie hörte auf, Sergej wegen Geld anzurufen.

Valentina Iwanowna wurde auch stiller.

Das Leben wurde wieder ruhig.

Eines Tages traf Mascha Lenka im Einkaufszentrum.

Lenka ging mit einer Freundin, lachte, geschniegelt: neue Tasche, frische Maniküre.

Sie sah Mascha, spannte sich an, nickte aber.

— Hi.

— Hi.

Wie läuft’s?

— Normal.

Ich arbeite.

— Freut mich für dich.

Sie gingen auseinander.

Später fragte Sergej:

— Bereust du, dass du so hart warst?

Mascha dachte nach.

— Nein.

Wenn ich sie gratis reingelassen hätte, hätte sie drei Monate auf der Couch gelegen, gewartet, dass ich sie füttere, wasche, bespaße.

Dann wäre sie weg — und ein halbes Jahr später wieder da, mit denselben Problemen.

So hat sie wenigstens gelernt, sich selbst zu versorgen.

Langsam, aber selbst.

— Du hast recht. — Sergej umarmte sie.

— Tut mir leid, dass ich dich nicht sofort unterstützt habe.

Ich konnte einfach nicht glauben, dass du es ernst meinst.

— Ich meine es immer ernst, wenn es um Geld und Grenzen geht.

Am Abend saßen sie in der Küche, tranken Tee mit Lebkuchen.

Draußen war es dunkel, die Straßenlaternen gingen an.

Mascha sah ihre Wohnung an — eng, aber ihr Zuhause.

Ohne ungebetene Gäste, ohne fremde Sachen in der Ecke, ohne das Gefühl, dass gleich jemand kommt und den Frieden kaputtmacht.

— Weißt du, — sagte sie, — ich hab nachgedacht.

Vielleicht kaufen wir noch ein Zimmer dazu?

Aus der Einzimmerwohnung eine Zwei-Zimmer machen?

Sergej grinste.

— Angst, dass Lenka wieder kommt?

— Nein.

Ich will einfach Platz.

Nicht für Gäste — für uns.

Nicht auf der Couch schlafen, sondern richtig.

— Gute Idee.

Lass uns sparen.

— Machen wir.

Sie saßen da, tranken Tee und schmiedeten Pläne.

Einfache, bodenständige Pläne — Wohnung, Renovierung, Sommerurlaub.

Keine чужие Probleme, keine unangekündigten Verwandten.

Nur sie zwei — und ihr Leben, für das niemand außer ihnen verantwortlich ist.

Und Lenka… Lenka wusste jetzt, dass die Gratisnummer vorbei war.

Und das war das Beste, was Mascha für sie tun konnte.

Ihr beibringen, für sich selbst einzustehen.

Hart — aber ehrlich.

Ende