Du dachtest, ich würde in zerrissenen Strumpfhosen herumlaufen, während du deine Schwester verwöhnst?

Ab jetzt sind die Rechnungen getrennt!

Wenn du nicht zahlst, fliegst du aus der Wohnung.

— Pasch, mein Stiefel ist kaputt.

Marina stand im Flur, lehnte mit dem Rücken am Türrahmen und hielt einen schwarzen Winterstiefelutschka in der Hand.

Die Sohle hatte sich tückisch direkt an der Spitze gelöst und zeigte das graue, feuchte Innere.

Von der Spitze ihrer Strumpfhose tropfte schmutziges Wasser.

Draußen waren es minus fünfzehn Grad.

Genau dieses widerliche Februarkälte-Minus, wenn unter den Füßen kein Schnee liegt, sondern eisiger Matsch.

Pawel drehte sich vor dem Spiegel im Eingangsbereich.

Er trug ein neues Marken-Hoodie mit einem modischen Logo auf der Brust.

Er hatte es vor drei Tagen für fünftausend Rubel gekauft, weil man „bei der Arbeit ordentlich aussehen muss und nicht wie ein Lump“.

Er drehte sich nicht einmal um, sondern sprühte sich nur Parfüm auf den Hals — mit einem herben, teuren Duft, den Marina früher mochte und der sie jetzt nur noch reizte.

— Marin, halt noch einen Monat durch, ja? — seine Stimme war dieses „bittend-quengelnde“ Ding, das er immer einschaltete, sobald es um Geld ging.

— Gerade sind die Finanzen am Boden.

Mama hat heute Morgen angerufen, ihr Blutdruck ist wieder fast auf zweihundert hoch.

Der Arzt hat eine Infusionskur verschrieben, die Medikamente sind importiert, schweineteuer.

Ich habe versprochen, zwanzigtausend zu überweisen.

Marina ließ den Stiefel langsam auf die Matte sinken.

Irgendwo im Solarplexus zog sich ein Knoten zusammen.

— Zwanzigtausend? — fragte sie leise nach.

— Pasch, das ist schon das dritte Mal in diesem Monat.

Erst „Herz“, dann „Gelenke“, jetzt „Blutdruck“.

— Was, soll ich etwa auf die Gesundheit meiner Mutter pfeifen? — endlich drehte er sich um.

Das Gesicht beleidigt, die Lippen zusammengepresst.

— Sie hat uns übrigens vor zehn Jahren mit der Anmeldung gerettet, vergessen?

— Ich erinnere mich, Pascha.

Ich erinnere mich an alles, aber ich stehe gerade in nassen Strumpfhosen.

Meine Zehen sind taub.

Ich habe morgen nichts, womit ich zur Arbeit gehen kann.

Pawel verdrehte die Augen, als würde sie nach dem Mond greifen und nicht nach trockenen Schuhen.

— Dann geh halt zu „Lustige Preise“ und kauf dir irgendwelche aufgeblasenen Wintertreter für tausend.

Was macht das für einen Unterschied?

Du rennst doch sowieso nur bis zur U-Bahn.

Mamas Gesundheit ist wichtiger, begreif das endlich und sei nicht so egoistisch.

„Egoistisch.“

Das Wort hing in der Luft.

Marina sah auf ihre Beine, auf die nasse Spur auf dem Laminat.

Dann schaute sie ihren Mann an.

Er roch nach Zitrus und Sandelholz, war warm, neu angezogen und satt von ihrem Abendessen.

— Gut, — sagte sie.

Ihre Stimme klang trocken.

— Ich hab’s verstanden.

An diesem Abend machte sie keinen Krach.

Sie stellte den zerrissenen Stiefel einfach an die Heizung, stopfte Zeitung hinein und ging in die Küche.

Sie musste rechnen.

Sie setzte sich an den Tisch und öffnete auf dem Handy die Banking-App.

Zahlen logen nie — im Gegensatz zu Menschen.

Pawels Gehalt: fünfundfünfzigtausend.

Ihr Gehalt: fünfundachtzigtausend.

Hypothek: fünfunddreißig (zahlt sie).

Nebenkosten: acht (zahlt sie).

Kita für Dascha, Kurse, Winteroverall — sie.

Lebensmittel — neunzig Prozent sie.

Pawel zahlte sein Benzin, den Service für sein Auto und … die endlosen Rechnungen seiner Mutter.

„Medikamente“, „Wasserhahn-Reparatur“, „Nebenkosten sind gestiegen“.

Marina sah auf den Restbetrag auf ihrer Karte.

Zweitausenddreihundert Rubel bis zum Vorschuss.

Sie erinnerte sich, wie sie gestern im Laden vor dem Käse-Regal stand.

Sie wollte unbedingt diesen Blauschimmelkäse, dieses kleine Dreieck für dreihundert Rubel.

Sie nahm ihn in die Hand, hielt ihn kurz … und legte ihn wieder zurück — zu teuer.

Sie nahm „Russischen“ im Angebot.

Sie sparte beim Käse, lief in kaputten Stiefeln herum, kaufte sich seit einem halben Jahr keine Kosmetik.

Damit ihr Mann zwanzigtausend an Mama schicken konnte „für Infusionen“.

— Na gut, — flüsterte Marina in die Dunkelheit der Küche.

— Na gut.

Drei Tage vergingen.

Der Mittwoch war besonders klamm und bitter.

Marina kam früher von der Arbeit nach Hause.

Ihre Füße steckten in diesen „aufgepumpten“ Tretern für tausend Rubel (sie hatte sie am Ende doch gekauft) — und waren nach zehn Minuten bis auf die Knochen durchgefroren.

Sie ging in ein großes Einkaufszentrum an der U-Bahn.

Nur um sich aufzuwärmen.

Einen Kaffee zu trinken, falls sie den Mut hätte, zweihundert Rubel für sich auszugeben.

Sie lief an Schaufenstern vorbei, rieb sich die gefrorenen Hände — und blieb plötzlich stehen.

Ihr Herz sackte irgendwo nach unten, in die Fersen, und sprang dann in den Hals, sodass sie kaum atmen konnte.

Im Elektronikgeschäft, direkt an der Kasse, stand ein vertrautes Paar.

Pawel und seine Schwester Lena.

Die Schwägerin, die immer über ihr Leben jammerte — und dabei ihre Handys öfter wechselte als Handschuhe.

Sie lachten, Lena erzählte begeistert irgendwas und fuchtelte mit den Händen, und Pawel nickte zufrieden und zog eine Karte aus dem Portemonnaie.

Die Karte, auf der er morgens angeblich „nicht mal Geld für Benzin“ gehabt hatte.

Marina machte einen Schritt zurück und versteckte sich hinter einem Plastik-Mannequin mit einer lächerlichen Mütze.

Ihr wurde heiß, Schweiß trat ihr auf den Rücken.

Sie fühlte sich wie eine Spionin in einem billigen Krimi, aber sie konnte den Blick nicht abwenden.

Auf der Theke vor ihnen stand eine riesige Schachtel.

Auf der Schachtel war ein Saugroboter abgebildet.

Das neueste Modell.

Der, der selbst eine Karte der Wohnung erstellt, den Boden wischt und spricht.

Über dem Regal leuchtete ein rotes Aktionsschild: 49 990 Rubel.

Marina drückte die Schulter gegen den kalten Kunststoff des Mannequins.

In ihrem Kopf drehte sich nur: fünfzigtausend Rubel.

— Oh, Brüderchen, danke! — kreischte Lena so laut, dass ihre Stimme die Hintergrundmusik übertönte.

— Mama hat gesagt, du hilfst mir!

Sonst mit meinem kranken Rücken selber Böden wischen — das ist ja die Hölle!

Du bist mein Retter!

Pawel hielt die Karte ans Terminal.

Piep — Zahlung erfolgreich.

Der „Retter“ lächelte und hob die Kiste hoch.

Marina wurde übel, Kreise tanzten vor ihren Augen.

Ihre kaputten Stiefel.

Der Verzicht auf Käse.

Nasse Füße.

Ihre ersparten Groschen.

All das hatte sich gerade in ein Spielzeug für eine gesunde dreißigjährige Stute verwandelt, die zu faul ist, den Boden zu wischen.

Sie ging nicht hin, um im Laden eine Szene zu machen.

Sie hatte keine Kraft.

Sie hatte nur das Gefühl, als hätte man sie im Dreck gewälzt.

Sie drehte sich um und ging wieder hinaus in den Frost.

Am Abend zu Hause war es ruhig.

Der zufriedene, satte Pawel lag auf dem Sofa, die Beine auf die Armlehne geworfen, und scrollte durch die Nachrichten.

Marina schnitt in der Küche Gemüse.

Das Messer klopfte laut und rhythmisch aufs Brett.

Tak-tak-tak.

— Marin, warum gibt’s heute schon wieder Buchweizen zum Abendessen? — rief er aus dem Zimmer.

— Kannst du nicht Fleisch backen?

Oder bestellen wir was?

— Es gibt kein Geld, Pascha, — antwortete sie.

— Wir behandeln doch Mama, die zwanzigtausend, vergessen?

Wir müssen den Gürtel enger schnallen.

— Ach ja, stimmt, — seine Stimme wurde gelangweilt.

— Na gut, dann halt Buchweizen.

Er stand auf und ging duschen, und das Handy blieb auf dem Couchtisch liegen, Bildschirm nach oben.

Dsin.

Ein kurzes Benachrichtigungssignal.

Marina hatte nie in seinem Handy geschnüffelt.

Sie hielt das für unter ihrer Würde.

Aber jetzt zog sie irgendeine unbekannte Kraft zum Tisch.

Sie ging hin, der Bildschirm leuchtete auf.

Eine Nachricht vom Kontakt „Mami“, der Text war vollständig sichtbar.

„Söhnchen, Lenka quietscht vor Begeisterung!

Der Staubsauger ist super, sie hat ihn schon gestartet, er redet so lustig, sie hat ihm die Stimme vom Hausgeist Kusja eingestellt, oh, wie wir gelacht haben!

Verzeih, dass du Marina wegen Infusionen und Blutdruck belügen musstest, aber die Schwester wollte so sehr ein Geschenk, und Geld …

Du bist unser Goldstück!“

Marina starrte auf die Buchstaben.

„Wir haben Marina angelogen.“

Sie war nicht nur ein Geldautomat, sondern auch eine Idiotin.

Sie saßen in der Küche, tranken Tee und besprachen, wie geschickt sie sie um den Finger wickeln würden.

Schwiegermutter, Schwägerin und ihr eigener Mann — das war also „Familie“.

Marina legte das Handy zurück, ging in die Küche und drehte das Gas ab.

Sie weinte nicht.

Die Tränen waren sowieso alle.

Stattdessen kam ein Plan.

Samstag, Jubiläum von Galina Petrowna.

Pawel versuchte, sie vom Mitfahren abzuhalten.

— Marin, du bist diese Woche irgendwie total nervös.

Bleib doch zu Hause.

Ich fahr allein hin, gratuliere.

— Nein, Pascha, — Marina lächelte und schminkte ihre Lippen.

— Ich fahre.

Ich will deiner Mama unbedingt gratulieren.

Von ganzem Herzen.

Sie zog ihr bestes Kleid an.

Und an die Füße: genau diese alten, auseinanderfallenden Stiefel, in denen sie am Montag gekommen war.

Die Sohle klebte sie nicht einmal fest.

In der Wohnung der Schwiegermutter bog sich der Tisch unter Salaten.

Mayonnaise-Berge, Aufschnitt, eine beschlagene Wodkaflasche.

Am Kopfende saß Galina Petrowna, rosig und — nach ihrer Gesichtsfarbe zu urteilen — vollkommen gesund.

Daneben strahlte Lena.

— Oh, Marinochka! — sang die Schwiegermutter.

— Komm rein, setz dich!

Du bist ja ganz blass, müde, arbeitest du so viel?

— Viel, Galina Petrowna.

Die Hypothek zahlt sich nicht von allein.

Das Gelage lief wie immer.

Trinksprüche auf die Gesundheit, auf „unsere tolle, geeinte Familie“, darauf, dass „wir uns immer unterstützen“.

Marina trank Saft und schwieg.

Sie wartete.

Und sie wartete nicht umsonst.

Lena, nach dem dritten Glas Wein, hielt es nicht mehr aus.

Sie platzte vor dem Wunsch, anzugeben.

— Ach, Mädels, ich bin jetzt sooo glücklich! — verkündete sie laut und wandte sich an Tante Wera und die Nachbarin.

— Ich hab mir einen Roboter-Helfer gekauft!

So ein Kluger, fährt selbst, wischt, saugt.

Ich nehme jetzt überhaupt keinen Wischmopp mehr in die Hand!

— Das gibt’s doch nicht! — schlug Tante Wera die Hände zusammen.

— Teuer, was?

— Na ja … nicht billig, aber ich hab ein halbes Jahr gespart!

Mir alles verkniffen!

Jeden Kopeken zurückgelegt!

Pawel spannte sich an und warf Marina einen schnellen Blick zu.

Marina saß gerade da, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

— Ein halbes Jahr gespart? — fragte sie nach.

Ihre Stimme war leise, aber in der plötzlich eingetretenen Stille klang sie glasklar.

— Wie fleißig du bist, Lena.

Marina nahm die Gabel und klirrte damit an den Tellerrand, um die Aufmerksamkeit aller zu bekommen.

— Zeig mal den Kassenzettel.

— Was? — Lena verschluckte sich an einer Olive.

— Den Kassenzettel oder den Garantieschein.

Da steht doch das Kaufdatum und der Name der Person, die gezahlt hat.

— Wozu brauchst du das? — mischte sich Galina Petrowna ein.

Ihre Augen huschten hin und her.

— Was sind das für Verhöre?

— Ich bin nur neugierig, — Marina ließ den Blick über den Tisch gleiten.

— Ich will unbedingt die Physik einer wunderbaren Verwandlung verstehen.

Wie sich eine Kur mit euren, Galina Petrowna, lebenswichtigen Infusionen, für die Pascha mir die letzten Familiengelder aus dem Budget gezogen hat, in einen Saugroboter für fünfzigtausend Rubel verwandelt hat.

Für einen Moment erstarrte alles.

Pawel wurde bleich bis ins Bläuliche.

— Marin, nicht hier …

Lass uns zu Hause reden … — zischte er.

— Nein, Pascha!

Zu Hause hast du gelogen, also reden wir hier.

Marina schob den Stuhl zurück, stand auf und ging in die Mitte des Zimmers.

— Schaut mich an, — sagte sie ruhig.

— Schaut auf meine Füße.

Alle starrten auf ihre Stiefel.

Das schwarze Leder war rissig, die Sohle am linken Stiefel löste sich und zeigte das graue Futter.

Es sah armselig und erbärmlich aus.

— Ich laufe in diesem Lumpenzeug herum, — betonte Marina jedes Wort, — weil wir „sparen“.

Ich kaufe mir keinen Käse, gehe nicht ins Café.

Und du … Pascha kaufst einer gesunden Tussi ein Spielzeug für fünfzigtausend — und versteckst dich hinter einer ausgedachten Krankheit deiner Mutter?

— Wie redest du mit deinem Mann! — kreischte Galina Petrowna und sprang auf.

— Undankbare!

Wir haben dich …

— Was habt ihr mit mir? — unterbrach Marina sie.

— Ihr habt mich vor zehn Jahren angemeldet?

Für diese Anmeldung habe ich längst vollständig bezahlt.

Mit meinen Nerven und meinem Geld.

Sie öffnete ihre Handtasche.

Holte ein vierfach gefaltetes Blatt Papier heraus und legte es vor Pawel — direkt in den Teller mit Sülze.

— Was ist das? — fragte er nur mit den Lippen.

— Das ist der Zahlungsplan, Pascha.

Die Show der ungehörten Großzügigkeit ist geschlossen.

Ab heute haben wir getrennte Budgets.

— Du kannst nicht … — setzte er an.

— Doch, kann ich.

Ich habe den Antrag bei der Hausverwaltung auf Trennung der Haushaltskonten bereits gestellt.

Und das hier ist deine Hälfte der Hypothek.

Siebzehntausendfünfhundert Rubel.

Fällig am zwanzigsten jedes Monats.

Wenn du nicht zahlst, berechnet die Bank Strafzinsen.

Sie sah die Schwiegermutter an.

— Und Ihnen, Galina Petrowna, ein Tipp.

Wenn Sie wieder Geld wollen — soll Lena den Staubsauger verkaufen.

Marina drehte sich um und ging zur Tür.

— Und ja: Ihr „Mimosa“-Salat ist verdorben.

Genau wie euer Gewissen.

Sie ging aus dem Haus, rief ein Taxi und spürte zum ersten Mal seit einem Monat Wärme.

Das Geld war ihr egal.

Sie fuhr nach Hause, in ihr Leben, in dem für Parasiten kein Platz mehr war.

Einen Monat später.

Pawel schlurfte in Hausschuhen in die Küche.

Er sah zerknittert aus.

Er öffnete den Kühlschrank und erstarrte.

Der Kühlschrank war in zwei Hälften geteilt.

Oben klebte ein bunter Aufkleber: „MARINA UND DASCHA“.

Unten: „PASCHA“.

Oben lagen Steaks von rotem Fisch, reife Avocado, ein Behälter mit Heidelbeeren und duftender Blauschimmelkäse.

Unten drängten sich einsam eine angebrochene Packung billiger Würstchen, Mayonnaise und ein halber Laib Brot.

Pawel schluckte, sein Bauch knurrte verräterisch.

Marina saß am Tisch, im Flur standen neue Lederstiefel mit stabilem Absatz.

Sie strich langsam Frischkäse auf ein knuspriges Knäckebrot und legte oben drauf eine Scheibe leicht gesalzenen Lachs.

— Marin … — Pawels Stimme zitterte.

— Ich hab so Hunger, ich kann nicht mehr, gib mir wenigstens ein Brot.

— Ein Brot kostet Geld, Pascha, — antwortete sie, ohne ihn anzusehen.

— Der Fisch kostet achthundert pro Packung.

Der Käse vierhundert.

Und du hast das nicht.

— Woher soll ich denn Geld haben?! — explodierte er.

— Ich hab morgen Hypothek!

Ich hab mein ganzes Gehalt auf die Rechnungen verteilt!

Mir bleiben fünftausend für den Monat!

Für Benzin und Essen!

Wie soll ich leben?!

Marina biss von ihrem Brot ab und schloss vor Genuss kurz die Augen.

— Na ja … leih dir was bei Lena oder bei Mama.

Das ist doch Familie, Pascha.

Und Familie lässt dich nicht hängen.

Ruf Mama an, sag, du hungerst, dann schöpft sie dir ein Süppchen ein.

Pawel sackte auf den Hocker und vergrub den Kopf in den Händen.

— Ich hab schon angerufen … — presste er dumpf hervor.

— Ich hab Mama angerufen.

— Und?

— Sie hat gesagt … kein Geld.

Rente klein, dreh dich, Paschеньka, die Beine ernähren den Wolf.

— Und Lena?

— Lena hat gesagt, ich sei ein Mann und müsse meine Probleme selbst lösen.

Und ich soll nicht bei der Schwester betteln.

In der Küche hing Stille, nur das Knacken des Knäckebrots war zu hören.

Marina nahm einen Schluck aromatischen Kaffee.

— Willkommen in der echten Welt, Pascha, — sagte sie ruhig.

— In einer Welt, in der man für alles bezahlen muss.

Sie sah ihren Mann an.

Jetzt fühlte sie nur noch Ruhe — und den Geschmack von Lachs.

ENDE