Doch als der Kleine heranwuchs, wurde klar, dass es überhaupt kein Hund war.
Ein gewöhnlicher Wintermorgen versprach Alexander nichts Besonderes.

Er beschloss erneut, die verschneite Landschaft Sibiriens zu genießen und machte einen Spaziergang.
Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war es im Wald ungewöhnlich still: Nur ab und zu knackten gefallene Zweige unter seinen Schritten.
Der Mann wanderte durch die Gegend und fühlte sich friedlich.
Plötzlich wurde seine Ruhe durch ein lautes Geräusch gestört.
Es war nicht ganz klar, woher es kam.
Alexander sah sich aufmerksam um und überlegte mögliche Quellen des Geräusches.
Nach einem Moment wiederholte sich der Schrei.
Bald erkannte der Junge, woher das Geräusch kam.
In einer kleinen Senke neben einem Baum entdeckte er einen kleinen Welpen.
Sascha war verwirrt.
So ein süßer Kleiner – und einfach seinem Schicksal überlassen, noch dazu bei Frostwetter! Der Mann nahm den Welpen auf den Arm und begann ihn aktiv zu wärmen.
Alexander atmete heiße Luft auf ihn, rieb den zitternden Körper mit den Händen und steckte das Findelkind unter seine Jacke.
An einen weiteren Spaziergang war nicht mehr zu denken.
Der Retter stürmte nach Hause, um den kleinen Welpen zu wärmen und zu füttern.
Niemand wusste, wie lange das arme Tier im verschneiten sibirischen Wald schon hungern und frieren musste!
Zu Hause fand der Mann mehrere geeignete Decken und baute schnell einen gemütlichen Liegeplatz für den Hund.
Der Welpe benahm sich lebhaft und schämte sich nicht einmal in der für ihn ungewohnten Umgebung.
Er zeigte sich seinem Retter gegenüber freundlich gesinnt.
Das gefiel dem Mann, und er wollte den Hund behalten.
Niemand hätte sich vorstellen können, was als Nächstes passieren würde! Solche Geschichten sind in unserer Welt eine große Seltenheit.
Gerade deshalb sind sie so spannend!
Der Welpe bekam den Spitznamen Taiga.
Er wuchs sehr schnell, was bei so einem Appetit nicht verwunderlich war! Auf einmal konnte er mehrere große Näpfe Essen verschlingen.
Und sein unzufriedener Blick zeigte, dass die Portion trotzdem zu klein war.
Der heranwachsende Hund begann Alexander und den Nachbarn ein merkwürdiges Gefühl zu geben.
Sascha wollte wissen, welcher Rasse das Findelkind angehörte, hatte aber keine genauen Vermutungen.
Taiga sah ein wenig seltsam aus.
Je älter der Hund wurde, desto auffälliger wurde das.
Der Besitzer war durch das Aussehen des Hundes verunsichert.
Man erkannte bei manchen Verhaltensweisen eine gewisse Wildheit.
Konnte der sibirische Wald den kleinen Welpen so geprägt haben? Alexander suchte weiter nach einer Antwort.
Er beriet sich mit Freunden, aber selbst erfahrene Hundebesitzer wussten keine Erklärung.
Die Rasse von Taiga blieb für alle ein Rätsel.
Schließlich musste der Mann einen Experten konsultieren.
Ein örtlicher Förster, der Tiere gut kannte, kam zu Alexander nach Hause, um den Hund persönlich zu sehen.
Beim Treffen mit Taiga war dieser Mann fast sprachlos.
Sascha konnte seine Reaktionen nicht richtig deuten und begann sofort, ihn auszufragen.
Eine Minute später waren beide Männer schockiert! Der Experte erklärte sicher, dass Taiga ein männlicher Wolf sei und kein Hund.
Nun musste entschieden werden, wie man weiter vorgeht.
Es ist etwas anderes, einen Welpen im Haus zu halten, und etwas ganz anderes, einen Wolf zu zähmen – einen der gefährlichsten Raubtiere der Welt.
Da der Mann auf dem Land wohnte, verbreitete sich die Nachricht über das Findelkind schnell im Dorf.
Als die Nachbarn die Wahrheit erfuhren, forderten sie von Alexander entschlossenes Handeln.
Aus ihrer Sicht durfte der Wolf nicht im Dorf bleiben – man musste ihn so schnell wie möglich loswerden.
Taigas Besitzer verstand die Forderungen der Dorfbewohner, konnte das Tier aber nicht einfach wieder in den Wald bringen.
Da er als Hund aufwuchs, in häuslicher Umgebung und mit Menschen, wie sollte er sich jetzt in der Wildnis zurechtfinden?
Dieser Wolf war etwas Besonderes, denn er konnte nicht jagen.
Er sah nur äußerlich wie ein Raubtier aus.
Andere Gemeinsamkeiten gab es nicht! Außerdem hatte Sascha seinen Schützling lieb gewonnen und betrachtete ihn als Freund.
Als klar wurde, dass der verwirrte Mann sich nicht den Nachbarn beugen wollte, griffen die Behörden ein.
Sie verboten Alexander, das gefährliche Tier zu behalten, da der Raubwolf eine direkte Gefahr für Menschen darstellte.
Der Mann war tief betrübt.
Wenn er die Wahl gehabt hätte, hätte er für Taiga einen geräumigen und stabilen Auslauf gebaut.
Doch Alexander hatte dafür kein Geld.
Der Wolf wurde gewaltsam weggebracht.
Das Herz des Mannes blutete, als er das verzweifelte Gesicht seines Freundes sah, der im Auto wegfuhr.
Sie waren eng verbunden und konnten sich nicht einfach trennen.
Alexander durfte Taiga später im Tierheim besuchen.
Dort wurden auch andere Wölfe gehalten, sodass keine Probleme bei der Eingewöhnung erwartet wurden.
Doch der Wolf fühlte sich niedergeschlagen.
Er fraß nicht und hielt sich von seinen Artgenossen fern.
Das Tier war lange Zeit depressiv, und Sascha versuchte, seinen Freund so oft wie möglich zu besuchen.
Der Mann teilte seine erstaunliche Geschichte in den sozialen Netzwerken.
Die Menschen waren schockiert, als sie davon hörten.
Viele waren tief berührt von dieser Geschichte.
Bald fanden sich viele, die Geld für den Bau eines Auslaufs für Taiga spendeten.
Alexander freute sich über diese großzügige Geste der mitfühlenden Leser und wandte sich an die Behörden.
Bei Verhandlungen erreichte der Mann sein Ziel! Er durfte den Wolf in einem speziellen Auslauf halten.
Taigas Besitzer (obwohl der Name jetzt nicht mehr zu dem „Grauen“ passte) zählte die Minuten bis zum Wiedersehen mit seinem Freund.
Endlich war die Trennung vorbei! Das Findelkind war wieder in der Obhut seines Retters.
Mit der Zeit gelang es Alexander, noch mehrere Wölfe zu retten.
Jetzt baut er Ausläufe und rettet freudig Leben von solchen ungewöhnlichen „Welpen“.
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