Eher widerwillig ließ Harry Lilis Hand los, als die Polizei ihn zum Jugendamt brachte.
Am nächsten Morgen erhielt Lili einen Anruf.

„Er wurde zu seiner Pflegefamilie zurückgebracht – es gibt keine Beweise für Misshandlung“, berichtete die Mitarbeiterin des Jugendamts.
Von dem Gefühl getrieben, handeln zu müssen, entschied sich Lili, weiter nachzuforschen.
Sie fand die Adresse von Harrys Pflegeheim – ein heruntergekommenes Gebäude mit einem überwucherten Garten.
Nachdem sie geklopft hatte, wurde sie von einer strengen Frau namens Greta empfangen.
„Ich bin im Auftrag des Jugendamts hier, um Fotos der Kinder für ihre Akten zu machen“, erklärte Lili.
Obwohl Greta sie nur widerwillig einließ, erkannte Lili sofort die Angst in den blassen, besorgten Gesichtern der Kinder.
Als Greta beim Jugendamt anrief, um ihre Geschichte zu überprüfen, sammelte Lili hastig Beweise, bevor sie hinausgeworfen wurde.
Entschlossen, Harry und die anderen Kinder zu retten, kehrte Lili in jener Nacht mit einer Leiter zurück.
Sie half den verängstigten Kindern, durch ein Fenster zu fliehen, doch die Polizei fing sie ab.
„Officer, bitte! Wir mussten hier weg!“, flehte Harry.
Berührt von ihrer Verzweiflung, erklärte sich der Polizist bereit, eine Untersuchung des Pflegeheims einzuleiten.
Ein Jahr später besuchte Lili – nun stolz Harrys Adoptivmutter – die anderen geretteten Kinder, die in liebevollen Umgebungen aufblühten.
„Ich bin so dankbar, dass du uns in jener Nacht gefunden hast, Lili. Du hast unser Leben verändert“, sagte Harry.
Mit feuchten Augen erwiderte Lili:
„Nein, Harry. Ihr alle habt meines verändert.“







